moorkienwurzeln

Echtes Moorkienholz ist ein wertvoller Naturstoff welcher zum Beispiel aus Hochmooren bei Schleswig-Holstein 'gewonnen' wird. Diese Hochmoore sind ab ca. 9.000 v. Chr. dadurch entstanden, dass sich Faulschlamm in Schmelzwasserseen abgesetzt hat und langsam die Seen und Versumpfungsgebiete verlanden ließ. Es entstand die Erste Form des Moores, das Niedermoor. Sie bestehen aus den verfaulten Pflanzenresten und es bilden sich Bruchwälder aus Erlen und Birken, in anderen Gebieten Deutschlands aber auch mit Nadelbäumen und weiteren Arten. Es sind also die ersten Moorkienwurzeln 'angesetzt' und es dauert ca. 2.000 Jahre bis in diesem biologischem Wunder erster Bruchwaldtorf entsteht. Die nach und nach entstehenden Torfpolster ersticken langsam die Bruchwälder und weitere 1.500 Jahre also 5.500 v. Chr. vertorfen die letzten abgestorbenen Torfmoose. Das Hochmoor ist geboren und benötigt nun lediglich nährstoffreiches Regenwasser, welches für das Wachstum des Moores um ca. 1mm pro Jahr sorgt. Echte Moorkienwurzeln können also bis zu über 10.000 Jahre alt sein, was doch ein sehr beeindruckendes Alter für eine Aquariendekoration ist.

rote Hexenwelse beim weiden auf einer Moorkienwurzel

In diesem langjährigen Prozess werden die Moorkienwurzeln (Bruchwald) regelrecht konserviert. Verantwortlich hierfür ist die mooreigene Biochemie, welche aus einem Wasserüberschuss besteht der für Sauerstoffmangel sorgt und dazu einen niedrigen PH-Wert hat. Hinzu kommen Huminsäuren, die weitgehend dafür sorgen in dieser Zusammensetzung eine mikrobielle Zersetzung der Moorkienwurzeln zu unterbinden. Weitere wichtige Eigenschaften des Hochmoores sind eine hohe Schadstoffreinheit sowie Phosphat- und Stickstoffarmut. Eigenschaften welche unseren Moorkienwurzeln positiv zu gute kommen.

Um das Jahr 1630 wurde der erste Torf in Deutschland abgebaut. Der Torf wurde in mühseliger Handarbeit gestochen und als Brennstoff verwertet. Den Moorkienwurzeln wurde zu dieser Zeit keine größere Bedeutung geschenkt. So wie sich der Nutzen dieses Rohstoffs über die Jahre verädert hat, so hat sich auch die Art des Abbaus weiter entwickelt. Heute wird der Torf in Schichten von großen Maschinen abgebaut. Baumstämme und andere Widerstände werden von den Schaufeln mit abgetragen. Bei einer Moorkienwurzel jedoch sind diese Maschinen nicht in der Lage den Torf weiter abzubauen. Die Moorkienwurzeln werden herausgezogen und auf einem Haufen als 'Abfall' gelagert, bis sie schließich im Herbst verbrannt werden.

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Das betreten von Mooren ist in Verbindung durch den häufigen Schutz des Natur- schutzbundes nur selten gestattet. Dies gilt auch für die Abbaugebiete, welche von Firmen verwaltet werden und dessen Einverständniserklärung vor dem betreten einzuholen ist. Moorkienwurzeln aus einem Moor zu bergen ist immer mit Gefahren verbunden über welche man sich vorher im Klaren sein sollte, um ihnen so gut wie möglich entgegenstehen zu können. Moore werden niemals von einzelnen Personen betreten, weil die Gefahren dort zu verunglücken einfach zu groß sind. Es herrscht ein absolutes Rauch- und Feuerverbot. Moorbrände sind verheerende Schwelbrände welche nur sehr schwer zu kontrollieren sind. Die angelegten befestigten Wege in den Mooren sollten unter keinen Umständen verlassen werden. Nehmen Sie beim betreten eines Moores immer ein Handy mit, es kann unter umständen Leben retten.

Das ausgraben von Moorkienwurzeln ist eine sehr mühselige und zeitaufwändige Arbeit. Richtige Kleidung wie z.B. eine Wat- bzw. Anglerhose sind genauso Grundvoraussetzung wie das richtige Werkzeug. Hierzu gehören z.B. ein vernünftiger Spaten mit stabilem Schaft, eine Axt mit mind. 1,6 Kg Gewicht und eine scharfe handliche Säge. Der Einsatz dieser Werkzeuge sollte mit größter Sorgfalt geschehen um die Moorkienwurzeln nicht zu beschädigen. Seile oder gar ein Flaschenzug können teilweise sehr von Vorteil sein, müssen aber natürlich zum Bergungsort geschafft werden. Das ziehen dieser Moorkienwurzeln ist immer ein kleines Glücksspiel, denn man kann vorher nie wissen welche Form einem die Natur nach getaner Arbeit präsentiert. Für den Abtransport der Moorkienwurzeln empfiehlt es sich bei einem herkömmlichen PKW eine Plane oder ähnliches im Kofferraum auszulegen, da Torfreste etc. unschöne Spuren hinterlassen.

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